Schneelast Windlast

Die Berücksichtigung der Statik eines Bauwerks ist einer der wichtigsten Aspekte die beim Kauf zu beachten sind.
Um Ihnen ausreichend Hintergrundinformationen zu geben, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Eckdaten zusammengestellt.

Die Ansprüche an die Statik werden oft vernachlässigt oder nicht richtig beachtet. So muss
eine Überdachung immer auf den Aufbauort spezifisch auf Schnee- und Windlast angepasst sein.
Dies ist bei fertigen Baupaketen wie aus dem Baumarkt oder Internet natürlich nicht möglich.

Wir berechnen jedes Bauvorhaben anhand der örtlichen Vorgaben des Bundesamts. So
entsprechen unsere Statikangabe bei Ihrer Beauftragung immer der tatsächlichen Widerstandskraft
der Überdachung vor Ort. Viele Statiken werden aus kostengründen nur auf das Profilsystem ermittelt
und finden keinerlei Brücksichtigung ortsspezifischer Ausgangswerte und notwendiger Verstärkungen.

Die Schneelastzonen
Schneelastzonenkarte
Deutschland ist in verschiedene Schneelastzonen unterteilt. Diese Zonen basieren auf jahrzentelange Messungen in den einzelnen Regionen und stellen eine verbindliche Aussage für eine korrekte Berechnung der Dachlasten dar.
Schneelastzone 1 = > 0,65 (kN/m²)
Schneelastzone 1a = > 0,81 (kN/m²)
Schneelastzone 2 = > 0,85 (kN/m²)
Schneelastzone 2a = > 1,06 (kN/m²)
Schneelastzone 3 = > 1,10 (kN/m²)

Die Windlastzonen
Windzonenkarte Die Windlasten werden in Zukunft durch das sich doch stark verändernde Klima immer wichtiger. Immer öfter kommt es zu starken Windböen auch im Innland. Dabei entstehen teilweise Zugkräfte, die mit 1.000 – 2.000 Kg an einer Überdachung zerren. Ist das Terrassendach nicht ordentlich im Boden verankert, oder ist die Eindeckung nicht ordentlich verschraubt, kann es hier zu gefährlichen Situationen kommen.

Die Schneelast
Die Schneelast ist klimatisch Bedingt, kann Regional starkt abweichen und hat immer einen Einfluss auf des Bauwerk. Die Beeinflussung der Schneelast hägt stark von der geografischen Lage und von der Form des Bauwerks ab und wirkt im Allgemeinen als Flächenlast senkrecht zur Grundfläche.

Schneelasten hängen von der Art des Schnees ab

Schneelasten hängen von der Art des Schnees ab


Die einzelne Schneeflocke ist physikalisch gesehen in der Troposfähre gefrorener Niederschlag, dessen Form, Dichte und Gewicht von der Temperatur und Alter abhängig ist. So unterscheiden wir 7 verschiedene Schneesorten: Altschnee, Harsch, Firn, Pulverschnee, Feuchtschnee, Nassschnee und Faulschnee.
Altschnee liegt schon seit mindestens drei Tagen. Die Kristalle sind weniger stark verästelt und abgerundeter.
Harsch ist Altschnee, der an der Oberfläche schon einmal geschmolzen und dann wieder gefroren ist. Dadurch ist die Oberfläche des Schnees zu einer festen gefrorenen Schicht geworden.
Firn ist mindestens ein Jahr alt.Die feinen Eiskristalle sind durch wiederholtes Auftauen und Gefrieren zu größeren Eisbrocken verschmolzen. Aus Firnschnee können sich mit der Zeit Gletscher entwickeln.
Pulverschnee ist trockener Schnee, der nicht zusammenklebt, auch wenn man ihn ganz stark zusammendrückt. Feuchtschnee klebt zusammen, wenn man ihn drückt. Man kann tolle Schneebälle daraus machen. Aber Waser kann man nicht aus ihm herauspressen.
Nassschnee ist schon so feucht, dass Wasser herauskommt, wenn man ihn drückt.
Faulschnee ist ein Gemisch aus größeren Schneebrocken und Wasser, die nicht mehr gut zusammenhalten.

Für die Statik des Gebäudes ist das unterschiedliche Gewicht, also die senkrecht einwirkende Belastung zu berücksichtigen. So entspricht 1 Meter Pulverschnee in etwa einer Wassersäule von sechs bis zehn Zentimeter, wobei das Gewicht von Feuchtschnee von 1 Meter schon einer Wassersäule von etwa 20 cm entspricht. Für statische Nachweise wird vereinfachend und auf der sicheren Seite liegend mit nassem Schnee und einer Dichte von 2 kN/m³ gerechnet, das entspricht etwa dem o. g. Wert für Nassschnee.

Die Windlast
Die Windlast gehört wie die Schneelast ebenfalls zu den veränderlichen Einwirkungen auf Bauwerke oder Bauteile und ist klimatisch bedingt. Sie berechnet sich aus der Druckverteilung um ein Bauwerk, welches einer Windströmung ausgesetzt ist.

Die Windlasten bei Sturm

Die Windlasten bei Sturm


Die physikalische Hauptursache für Wind ist die Diffusion. Dabei bewegen sich Luftteilchen aus dem Gebiet mit einem höheren Luftdruck – dem Hochdruckgebiet – solange in das Gebiet mit dem niedrigeren Luftdruck – dem Tiefdruckgebiet –, bis der Luftdruck ausgeglichen ist. Es handelt sich bei einem Wind daher um einen Massenstrom. Die zugehörige Kraft bezeichnet man als Druckgradientkraft.

Je größer der Unterschied zwischen den Luftdrücken ist, umso schneller findet der Luftmassenausgleich statt, welchen wir dann in die Kategorien von 0 – 12 einordnen und wie folgt Bezeichnen:
0 Windstille Land: Rauch steigt senkrecht auf
See: spiegelglatt
1 Leichter Zug Land: Die Windrichtung ist am Rauch zu erkennen.
See: kleine schuppenförmig aussehende Kräuselwellen ohne Schaumkämme
2 Leichte Brise Land: Blätter bewegen sich
See: Kämme brechen, vereinzelte weiße Schaumkronen
3 Schwache Brise Land: Der Wind kann eine Fahne anheben.
See: Beginn der Schaumbildung
4 Mäßige Brise Land: Der Wind hebt Papier vom Boden.
See: kleine, länger werdende Wellen, überall Schaumkronen
5 Frische Brise Land: Kleine Laubbäume schwanken
See: Wind hörbar, lange Wellen, überall Schaumkronen
6 Starker Wind Land: Große Äste bewegen sich.
See: größere, brechende Wellen, überall weiße Schaumflecken
7 Steifer Wind Land: Große Bäume schwanken.
See: auftürmende See, Schaum bildet Streifen in Windrichtung
8 Stürmischer Wind Land: Es fällt schwer zu gehen.
See: hohe Wellenberge, die Kanten der Kämme werden zu Gischt verweht, überall Schaumstreifen
9 Sturm Land Land: Dachziegeln fliegen fort.
See: Brecher bilden sich, die See „rollt“
10 Schwerer Sturm Land: Baumstämme brechen, Häuser werden beschädigt.
See: sehr hohe Wellenberge, fast weiße See, schwere Brecher
11 Orkanartiger Sturm Land: Schwere Schäden an Wäldern, Autos werden aus der Spur gehoben.
See: brüllende See, Wasser verweht waagerecht, Schiffe tauchen hinter Wellenbergen ab, sehr schlechte Sicht
12 Orkan Land: Schwerste Verwüstungen
See: komplett weiße See, Schaum und Gischt in der Luft, keine Sicht
Die Windlast wirkt im Allgemeinen als Flächenlast senkrecht zur Angriffsfläche und setzt sich vor allem aus Druck- und Sogwirkungen zusammen. So entsteht bei einem Bauwerk an den frontal angeströmten Flächen durch die Strömungsverlangsamung ein Überdruck (Winddruck). Im Bereich der Dach- und Seitenflächen löst sich die Luftströmung an den Gebäudekanten ab und bewirkt dort einen Unterdruck (Sog). Durch den Nachlaufwirbel wird an der Gebäuderückseite ebenfalls ein Unterdruck erzeugt.